Wenn wir eine Risikovoranfrage für dich stellen, prüfen Versicherer anonymisiert, wie sie dein Risiko einschätzen. Die Rückmeldung kann in verschiedenen Varianten erfolgen. Dieser Artikel hilft dir, die einzelnen Voten richtig einzuordnen.
Bei der normalen Annahme sieht der Versicherer kein erhöhtes Risiko. Dein Antrag kann ohne Einschränkungen und ohne Zuschläge gestellt werden.
Du erhältst den vollen Schutz genau so, wie er ursprünglich geplant war.
Manchmal stuft ein Versicherer das Risiko etwas höher ein und verlangt einen Risikozuschlag.
Das bedeutet:
Der Beitrag wird höher
Der Versicherungsschutz bleibt vollständig erhalten
Es gibt keine Ausschlüsse, keine Leistungsbegrenzungen
Ursachen können zum Beispiel bestimmte Hobbys, einzelne Befunde oder leichte, klar abgegrenzte Vorerkrankungen sein.
Ein Zuschlag ist oft rein technische Risikokalkulation und sagt wenig über die Qualität deiner Absicherung aus.
Eine Ausschlussklausel bedeutet, dass der Versicherer einen bestimmten Gesundheitsbereich aus dem Versicherungsschutz herausnimmt. Wichtig ist, dass es dabei nicht um den kompletten Körperteil oder alle denkbaren Erkrankungen geht, sondern um Beschwerden, die ursächlich auf eine bekannte Vorerkrankung zurückzuführen sind.
Ein typisches Beispiel lautet:
„Vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind jegliche Minderbelastbarkeit und alle Bewegungsstörungen, ausgehend von Erkrankungen des rechten Kniegelenks.“
Für dich bedeutet das:
Nur Berufsunfähigkeit, die durch die bekannte Knieerkrankung ausgelöst wird, wäre ausgeschlossen.
Alles, was später neu entsteht und nichts mit dieser Ursache zu tun hat, bleibt versichert.
Viele Voten enthalten deshalb eine Liste mit Erkrankungen, die ausdrücklich weiterhin eingeschlossen sind, zum Beispiel:
Tumorerkrankungen
Tuberkulose und vergleichbare spezifische Infektionen
Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises
Folgen neu hinzugetretener Frakturen oder Unfälle
Der Versicherer grenzt damit den Ausschluss bewusst ein. Ein Ausschluss bedeutet also nicht, dass der gesamte Bereich „unversichert“ ist, sondern nur, dass der Versicherer nicht für die bekannten Altbeschwerden einstehen wird.
Ein Ausschluss gilt auch für Folgeerkrankungen, sofern sie auf die ursprüngliche Vorerkrankung zurückgehen.
Es geht immer um den Zusammenhang:
Neuer Unfall → versichert
Neue Erkrankung ohne Bezug zu den alten Beschwerden → versichert
Wiederkehrende Beschwerden aus derselben alten Ursache → ausgeschlossen
Ausschlüsse sind deshalb weniger pauschal, als sie auf den ersten Blick wirken.
Für die Frage, ob ein Ausschluss tragbar ist, zählen folgende Punkte:
Wie relevant ist der betroffene Bereich für deinen Beruf?
Ist die Vorerkrankung seit Jahren stabil oder abgeschlossen?
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit von Folgeerkrankungen?
Wie eng oder breit ist der Ausschluss formuliert?
Ist der Ausschluss die einzige Möglichkeit, überhaupt versichert zu werden?
Hier zeigt sich der Vorteil der unabhängigen Beratung, weil wir solche Ausschlüsse aus der beruflichen und medizinischen Perspektive zusammen einordnen.
Einige Versicherer bieten ein Recht auf Nachprüfung an. Das bedeutet, dass der Ausschluss später wieder aufgehoben werden kann, wenn du über einen längeren Zeitraum beschwerdefrei bist.
Das ist kein Standard, aber wenn es angeboten wird, ein deutlicher Vorteil.
In manchen Fällen lehnt ein Versicherer ab, wenn das Risiko insgesamt zu hoch eingeschätzt wird.
Für dich heißt das:
Eine Ablehnung betrifft nur diesen einzelnen Versicherer
Andere Versicherer können das Risiko völlig anders bewerten
Wir vergleichen für dich mehrere Anbieter und holen weitere Einschätzungen ein
Eine Ablehnung ist daher kein endgültiges Urteil, sondern nur ein Ergebnis eines einzelnen Unternehmens.
Versicherer bewerten Risiken nicht einheitlich. Jede Gesellschaft hat eigene Statistiken, eigene Erfahrungen und eigene Annahmerichtlinien.
Deshalb kann es vorkommen, dass:
ein Versicherer normal annimmt
der nächste einen Zuschlag verlangt
ein weiterer eine Ausschlussklausel vorschlägt
und ein vierter sogar ablehnt
Gerade deshalb stellen wir mehrere Voranfragen. So vermeiden wir unnötige Ablehnungen und finden eine saubere Lösung, die zu deiner gesundheitlichen Situation und deinem beruflichen Risiko passt.