Fondspolicen verbinden Altersvorsorge mit den Chancen der Kapitalmärkte. Damit du deine Police richtig einschätzen und informierte Entscheidungen treffen kannst, findest du hier die wichtigsten Begriffe verständlich erklärt. Der Fokus liegt auf dem, was für dich als Versicherungsnehmer während der Anspar- und Rentenphase wirklich relevant ist.
Für die fondsgebundene Rentenversicherung gibt es viele Bezeichnungen, die im Grunde alle das Gleiche meinen:
Fondspolice
ETF-Police
Fondsgebundene Rentenversicherung
Investment-Rente
Altersvorsorge mit Fonds
Rentenversicherung mit ETF-Anlage
All diese Begriffe beschreiben eine Rentenversicherung, bei der dein Kapital in Fonds – oft auch ETFs – investiert wird, um von den Chancen am Kapitalmarkt zu profitieren.

Die Beitragsdynamik ist eine vertraglich vereinbarte automatische Erhöhung deiner regelmäßigen Beiträge, in der Regel einmal jährlich. Diese Erhöhung erfolgt um einen festen Prozentsatz, zum Beispiel 3 oder 5 Prozent pro Jahr.
Der Zweck dieser Dynamik ist, dein Vorsorgekapital laufend an die Inflation anzupassen und so sicherzustellen, dass deine spätere Rente nicht an Kaufkraft verliert. Gleichzeitig steigt dadurch auch deine spätere Rentenleistung, da höhere Beiträge zu einem größeren Kapitalstock führen.
Du hast die Möglichkeit, der jährlichen Erhöhung zu widersprechen – allerdings nur innerhalb einer bestimmten Frist, meist einen Monat nach Ankündigung. Wenn du mehrfach in Folge widersprichst, kann die Versicherung die Dynamik unter Umständen dauerhaft streichen. Ob das der Fall ist, hängt von den Bedingungen der Versicherung ab.
Wenn deine Fondspolice in die Rentenphase übergeht, kann die Rente auf zwei Arten dynamisiert werden: mit Teildynamik oder Volldynamik. Dabei geht es um die Verwendung von Überschüssen zur Steigerung der laufenden Rentenzahlungen.
Bei der Teildynamik wird nur ein Teil deiner Rente – meist der überschussabhängige Anteil – jährlich erhöht. Der garantierte Teil der Rente bleibt konstant.
Die anfängliche Rente ist höher als bei der Volldynamik, da ein größerer Teil der Überschüsse direkt in die Startrente fließt.
Die jährlichen Rentensteigerungen fallen meist geringer aus.
Die Rentenhöhe kann bei schlechter Überschussentwicklung sinken, aber nicht unter das einmal garantierte Niveau.
Bei der Volldynamik wird die gesamte Rente – also sowohl der garantierte als auch der überschussabhängige Anteil – jährlich erhöht, sofern ausreichend Überschüsse erwirtschaftet werden.
Die Startrente ist meist etwas niedriger.
Dafür ist das Potenzial für langfristige Rentensteigerungen größer.
Ein einmal erreichtes Rentenniveau bleibt in der Regel bestehen – die Rente kann also nicht mehr sinken.
Teildynamik bietet eine höhere Anfangsrente mit moderateren Steigerungen. Volldynamik eignet sich besser für langfristigen Inflationsausgleich. Welche Variante sinnvoller ist, hängt von deinen persönlichen Zielen und Bedürfnissen ab.
Rebalancing ist ein Mechanismus zur automatischen Wiederherstellung der ursprünglich gewählten Aufteilung deines Fondsguthabens. Im Laufe der Zeit entwickeln sich verschiedene Anlageklassen unterschiedlich – zum Beispiel können Aktienfonds stark wachsen, während Rentenfonds stagnieren. Dadurch verschiebt sich das Verhältnis zwischen sicherheitsorientierten und chancenorientierten Anlagen.
Beim Rebalancing wird regelmäßig geprüft (z. B. jährlich oder quartalsweise), ob die ursprünglich gewählte Struktur – etwa 60 % Aktienfonds und 40 % Rentenfonds oder 70% MSCI World & 30% MSCI Emerging Markets – noch gegeben ist. Wenn nicht, wird automatisch umgeschichtet, um wieder zum Ausgangszustand zurückzukehren.
Das Ziel des Rebalancings ist, dein Risiko zu steuern und die Strategie konsequent umzusetzen. Viele Fondspolicen bieten diese Funktion als kostenfreies Zusatzmodul an.
Effektivkosten fassen alle Kosten einer Fondspolice in einer einzigen Kennzahl zusammen und zeigen dir, wie viel Rendite jährlich durch Kosten verloren geht. Die Angabe erfolgt in Prozent pro Jahr – beispielsweise 1,5 %.
Folgende Kostenkomponenten fließen in die Effektivkosten ein:
Abschluss- und Vertriebskosten
Verwaltungskosten
Fondskosten (TER der Fonds)
ggf. zusätzliche Kosten für Garantien oder Zusatzbausteine
Je niedriger die Effektivkosten, desto mehr bleibt von der Bruttorendite deines Investments bei dir. Die Effektivkosten werden häufig im Produktinformationsblatt oder auf Anfrage beim Versicherer angegeben und sind ein wichtiger Vergleichswert zwischen unterschiedlichen Tarifen.
Da das Endergebnis der Kapitalanlage abhängig von der Wertentwicklung der ETFs ist, kann keine nominelle Rente garantiert werden. Der Rentenfaktor beschreibt, wie viel monatliche Rente du für eine bestimmte Summe an Kapital erhältst. Meist wird er als Monatsrente pro 10.000 Euro Kapital angegeben – zum Beispiel 25 Euro monatlich pro 10.000 Euro Vertragsguthaben.
Es gibt verschiedene Arten von Rentenfaktoren:
Garantierter Rentenfaktor: Dieser wird bei Vertragsabschluss festgelegt und garantiert dir eine bestimmte Mindesthöhe der Rente – unabhängig von der dann geltenden Lebenserwartung oder Zinsentwicklung.
Nicht garantierter (deklarierter) Rentenfaktor: Dieser kann höher ausfallen, ist jedoch von der wirtschaftlichen Situation des Versicherers abhängig und daher unverbindlich.
Je höher der garantierte Rentenfaktor, desto mehr Sicherheit hast du bei der Planung deiner Altersvorsorge.
Diese Kosten entstehen durch den Vertragsabschluss und die Vermittlung der Police. Sie decken unter anderem Beratungsleistungen, administrative Kosten sowie Provisionen für Vermittler ab.
In der Regel werden diese Kosten nicht sofort in Rechnung gestellt, sondern über die ersten Vertragsjahre verteilt (Zillmerung). Das bedeutet, dass ein Teil deiner Beiträge in den ersten Jahren nicht zur Kapitalbildung verwendet wird, sondern zur Tilgung dieser Kosten dient.
Die Höhe der Abschluss- und Vertriebskosten ist gesetzlich gedeckelt und muss in der jährlichen Standmitteilung ausgewiesen werden.
Verwaltungskosten fallen während der gesamten Laufzeit des Vertrags an und decken die laufende Betreuung, Vertragsführung und Services der Versicherung ab. Man unterscheidet hier zwei Arten:
Beitragsbezogene Verwaltungskosten: Diese werden als fester Prozentsatz vom gezahlten Beitrag berechnet.
Guthabenbezogene Verwaltungskosten: Hierbei wird ein Prozentsatz auf das angesparte Vertragsguthaben erhoben – z. B. 0,3 % pro Jahr. Diese Kosten steigen mit zunehmendem Vertragsguthaben.
Beide Arten von Verwaltungskosten wirken sich direkt auf deine Rendite aus. Daher ist es sinnvoll, die jährlichen Kostenentwicklungen regelmäßig zu prüfen.
Fondspolicen bieten flexible Möglichkeiten für die Altersvorsorge, enthalten aber auch eine Reihe technischer Begriffe und Mechanismen, die man kennen sollte. Wenn du die Funktionsweise von Dynamik, Rebalancing, Kosten und Rentenfaktoren verstehst, kannst du deine Police gezielter nutzen und optimieren.

Wenn du deine aktuelle Police prüfen lassen oder eine individuelle Einschätzung zu bestimmten Begriffen und Einstellungen möchtest, stehen wir dir gerne zur Verfügung. Vereinbare einfach einen Termin zur persönlichen Beratung – wir helfen dir weiter.