Abschlusskosten in Fondspolicen

Abschlusskosten in Fondspolicen

Wenn du eine fondsgebundene Rentenversicherung (auch bekannt als Fondspolice oder ETF-Police) abgeschlossen hast, wirst du früher oder später mit dem Begriff Abschlusskosten konfrontiert – meistens bei der ersten Wertmitteilung oder einem Nachtrag. Das sorgt regelmäßig für Verwirrung. Viele Mandanten haben zwar schon einmal davon gehört, aber oft gerät dieses Thema in Vergessenheit.

In diesem Artikel erfährst du, was genau hinter den Abschlusskosten steckt, wie sie verteilt werden, warum der Vergleich mit einem ETF-Sparplan oft nicht passt und welche Vorteile fondsgebundene Rentenversicherungen trotz dieser Kostenstruktur bieten.

Was sind Abschlusskosten?

Abschlusskosten sind die Kosten, die beim Abschluss eines Versicherungsvertrags entstehen. Dazu gehören insbesondere:

  • die Beratung und Vermittlung des Vertrags

  • die Prüfung und Erstellung der Police

  • interne Verwaltungsaufwendungen zum Start des Vertrags

Diese Kosten werden nicht zusätzlich in Rechnung gestellt, sondern aus deinen Beiträgen entnommen. Sie sind also bereits in der Vertragsstruktur einkalkuliert.

Wichtig ist: Die Abschlusskosten werden auf die gesamte Vertragslaufzeit bezogen, aber in der Regel auf die ersten fünf Jahre verteilt. Das bedeutet, dass in den ersten Jahren ein größerer Teil deiner Beiträge zur Deckung dieser Kosten verwendet wird und entsprechend weniger Kapital in die Fondsanlage fließt.

Warum wirkt die erste Wertmitteilung niedriger als erwartet?

Viele Mandanten wundern sich bei der ersten Wertmitteilung: „Ich habe doch schon einige Beiträge gezahlt – warum ist der Vertragswert noch so niedrig?“

Die Antwort liegt in der Verteilung der Abschlusskosten. In den ersten Vertragsjahren wird ein Teil der Beiträge zur Deckung dieser Kosten genutzt. Der Vertragswert entwickelt sich daher zu Beginn langsamer. Das ist gesetzlich geregelt (§ 169 VVG) und bei allen Versicherern üblich.

Diese Phase ist allerdings zeitlich begrenzt. Nach Ablauf der fünf Jahre fließt der gesamte Beitrag in die Kapitalanlage, wodurch der Vertragswert zunehmend ansteigt.

Ist ein ETF-Sparplan nicht günstiger?

Auf den ersten Blick ja. Ein ETF-Sparplan verursacht in der Regel kaum Abschlusskosten und nur geringe laufende Kosten. Allerdings handelt es sich beim ETF-Sparplan um ein reines Investmentprodukt ohne Versicherungskomponente.

Ein ETF-Sparplan bietet:

  • keine lebenslange Rentenzahlung

  • keinen Todesfallschutz oder Zusatzbausteine

  • keine steuerlich begünstigte Rentenphase

Der Vergleich zwischen einem ETF-Sparplan und einer fondsgebundenen Rentenversicherung greift daher oft zu kurz. Beide Produkte verfolgen unterschiedliche Ziele und sind unterschiedlich strukturiert.

Notes
Hier ein Blog-Artikel zu diesem Thema: https://derlehnen.de/etf-sparplan-vs-etf-police/

Welche Vorteile bietet eine fondsgebundene Rentenversicherung?

Trotz der höheren Anfangskosten bietet eine fondsgebundene Rentenversicherung viele Vorteile, die bei der Gesamtbetrachtung ins Gewicht fallen:

Steuerliche Vorteile

  • Während der Ansparphase fallen keine laufenden Steuern auf Wertzuwächse an (steuerlicher Aufschub)

  • Bei Kapitalauszahlung nach Vollendung des 62. Lebensjahrs und mindestens 12 Jahren Vertragslaufzeit wird nur die Hälfte der Erträge versteuert (§ 20 EStG)

  • Alternativ kann eine lebenslange Rente gewählt werden, die lediglich mit dem Ertragsanteil versteuert wird

Lebenslange Rentenzahlung

Nur ein Versicherungsvertrag kann dir garantieren, dass du eine Rente bis ans Lebensende erhältst – unabhängig davon, wie alt du wirst oder wie sich der Kapitalmarkt entwickelt

Zusätzliche Absicherungsmöglichkeiten

Viele Tarife bieten optionale Bausteine wie

  • Berufsunfähigkeitsschutz

  • Todesfallschutz für Angehörige

  • flexible Zuzahlungen, Entnahmen oder Beitragspausen

Langfristige Planungssicherheit

Du kombinierst die Renditechancen von Fonds mit der Sicherheit und Planbarkeit einer Versicherungslösung. Das macht die fondsgebundene Rentenversicherung zu einem stabilen Baustein in der Altersvorsorge.

Fazit

Abschlusskosten sind ein fester Bestandteil fondsgebundener Rentenversicherungen. Sie finanzieren die Beratung, Vermittlung und Verwaltung deines Vertrags und sind gesetzlich geregelt sowie transparent ausgewiesen. Auch wenn sie in den ersten Jahren sichtbar sind, relativieren sie sich über die gesamte Laufzeit.

Wer nur die Kosten betrachtet, übersieht den Mehrwert: steuerliche Vorteile, lebenslange Absicherung und flexible Vertragsgestaltung. Eine fondsgebundene Rentenversicherung ist mehr als ein Investment – sie ist eine umfassende Vorsorgelösung mit klaren langfristigen Vorteilen.