Die Grundfähigkeitsversicherung ist eine Form der Arbeitskraftabsicherung. Sie zahlt dir eine monatliche Rente, wenn du bestimmte körperliche oder geistige Fähigkeiten dauerhaft verlierst – unabhängig davon, ob du deinen Beruf noch ausüben kannst oder nicht.
Der entscheidende Unterschied zur Berufsunfähigkeitsversicherung: Der Leistungsauslöser ist nicht die Berufsunfähigkeit, sondern der Verlust einer konkreten Fähigkeit aus dem versicherten Katalog.
Das unterscheidet sich je nach Anbieter – und ist einer der wichtigsten Vergleichspunkte überhaupt. Als Beispiel zeigt die folgende Übersicht den Leistungskatalog der Dortmunder, aufgeteilt nach Schutzstufen:
| Kernschutz | Rundumschutz (zusätzlich) | Topschutz (zusätzlich) |
|---|---|---|
| Sehen Hören Sprechen Gleichgewicht Fingerfertigkeit Greifen und Halten Schreiben | Infektionsschutz Autofahren Gehen Treppensteigen Unterhaltung führen Geistige Leistungsfähigkeit Eigenverantwortliches Handeln Gebrauch eines Arms Pflegebedürftigkeit und Demenz Gebrauch einer Hand Sitzen Stehen | Knien Bücken Heben und Tragen Ziehen oder Schieben Riechen und Schmecken Bildschirmtätigkeit Herz/Lunge Berufsbedingte Erkrankung der Lendenwirbelsäule Arbeitsunfall |
Je nach Schutzstufe ist der Katalog sehr unterschiedlich. Wer körperlich arbeitet, braucht andere abgesicherte Fähigkeiten als jemand am Schreibtisch. Das ist ein zentraler Punkt in der Beratung.
Hier gibt es ein häufiges Missverständnis: Die Grundfähigkeitsversicherung zahlt nicht automatisch, wenn du berufsunfähig wirst. Sie zahlt nur, wenn eine der versicherten Fähigkeiten im vertraglich definierten Umfang weggefallen ist.
Beispiel: Du wirst wegen einer psychischen Erkrankung berufsunfähig – kannst aber noch gehen, greifen und sehen. Dann leistet die Grundfähigkeitsversicherung in vielen Tarifen nicht. Das ist kein Fehler des Produkts, aber etwas, das du verstehen solltest bevor du abschließt.
Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist das überlegene Produkt, weil sie am Berufsausfall ansetzt und nicht an einzelnen Fähigkeiten. Ich prüfe grundsätzlich zuerst, ob eine Berufsunfähigkeitsversicherung machbar ist.
Die Grundfähigkeitsversicherung kommt für dich in Frage, wenn:
Und ein Punkt, den viele nicht auf dem Radar haben: Für Kinder kann die Grundfähigkeitsversicherung eine interessante Option sein – gerade weil Kinder noch keine Berufsgeschichte haben und manche Anbieter günstige Einstiegskonditionen bieten. Einige Tarife enthalten außerdem eine Option, später ohne erneute Gesundheitsprüfung in eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu wechseln. Das kann sehr wertvoll sein.