Grundfähigkeitsversicherung Basics

Grundfähigkeitsversicherung Basics

Die Grundfähigkeitsversicherung ist eine Form der Arbeitskraftabsicherung. Sie zahlt dir eine monatliche Rente, wenn du bestimmte körperliche oder geistige Fähigkeiten dauerhaft verlierst – unabhängig davon, ob du deinen Beruf noch ausüben kannst oder nicht.

Der entscheidende Unterschied zur Berufsunfähigkeitsversicherung: Der Leistungsauslöser ist nicht die Berufsunfähigkeit, sondern der Verlust einer konkreten Fähigkeit aus dem versicherten Katalog.

Welche Fähigkeiten sind typischerweise versichert?

Das unterscheidet sich je nach Anbieter – und ist einer der wichtigsten Vergleichspunkte überhaupt. Als Beispiel zeigt die folgende Übersicht den Leistungskatalog der Dortmunder, aufgeteilt nach Schutzstufen:

KernschutzRundumschutz (zusätzlich)Topschutz (zusätzlich)
Sehen
Hören
Sprechen
Gleichgewicht
Fingerfertigkeit
Greifen und Halten
Schreiben
Infektionsschutz
Autofahren
Gehen
Treppensteigen
Unterhaltung führen
Geistige Leistungsfähigkeit
Eigenverantwortliches Handeln
Gebrauch eines Arms
Pflegebedürftigkeit und Demenz
Gebrauch einer Hand
Sitzen
Stehen
Knien
Bücken
Heben und Tragen
Ziehen oder Schieben
Riechen und Schmecken
Bildschirmtätigkeit
Herz/Lunge
Berufsbedingte Erkrankung der Lendenwirbelsäule
Arbeitsunfall

Je nach Schutzstufe ist der Katalog sehr unterschiedlich. Wer körperlich arbeitet, braucht andere abgesicherte Fähigkeiten als jemand am Schreibtisch. Das ist ein zentraler Punkt in der Beratung.

Wann leistet die Grundfähigkeitsversicherung – und wann nicht?

Hier gibt es ein häufiges Missverständnis: Die Grundfähigkeitsversicherung zahlt nicht automatisch, wenn du berufsunfähig wirst. Sie zahlt nur, wenn eine der versicherten Fähigkeiten im vertraglich definierten Umfang weggefallen ist.

Beispiel: Du wirst wegen einer psychischen Erkrankung berufsunfähig – kannst aber noch gehen, greifen und sehen. Dann leistet die Grundfähigkeitsversicherung in vielen Tarifen nicht. Das ist kein Fehler des Produkts, aber etwas, das du verstehen solltest bevor du abschließt.

Grundfähigkeitsversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung – meine Einschätzung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist das überlegene Produkt, weil sie am Berufsausfall ansetzt und nicht an einzelnen Fähigkeiten. Ich prüfe grundsätzlich zuerst, ob eine Berufsunfähigkeitsversicherung machbar ist.

Die Grundfähigkeitsversicherung kommt für dich in Frage, wenn:

  • eine Berufsunfähigkeitsversicherung aufgrund von Vorerkrankungen nicht oder nur zu schlechten Konditionen möglich ist
  • der Beitrag für eine Berufsunfähigkeitsversicherung schlicht zu hoch ist
  • du in einem körperlich geprägten Beruf arbeitest, bei dem der Verlust bestimmter Fähigkeiten direkt zur Berufsunfähigkeit führt
  • du sie als sinnvolle Ergänzung zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung einsetzt, die bestimmte Risiken ausschließt

Und ein Punkt, den viele nicht auf dem Radar haben: Für Kinder kann die Grundfähigkeitsversicherung eine interessante Option sein – gerade weil Kinder noch keine Berufsgeschichte haben und manche Anbieter günstige Einstiegskonditionen bieten. Einige Tarife enthalten außerdem eine Option, später ohne erneute Gesundheitsprüfung in eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu wechseln. Das kann sehr wertvoll sein.

Was wir in der Beratung prüfen

  • Fähigkeitenkatalog: Welche Fähigkeiten sind versichert – und passen die zu deinem Beruf und Alltag?
  • Leistungsdefinitionen: Wie stark muss die Einschränkung sein, damit geleistet wird?
  • Nachversicherung und Wechseloption: Kann die Rente später erhöht werden? Gibt es die Möglichkeit, in eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu wechseln?
  • Laufzeit: Bis wann läuft der Vertrag – idealerweise bis zum Rentenalter.
  • Psychische Erkrankungen: Sind die als Zusatzbaustein eingeschlossen?
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