Grundfähigkeitsversicherung einfach erklärt

Grundfähigkeitsversicherung einfach erklärt

Eine Grundfähigkeitsversicherung ist eine Form der Arbeitskraftabsicherung, die dir finanzielle Unterstützung bietet, wenn du bestimmte grundlegende körperliche oder geistige Fähigkeiten verlierst oder stark eingeschränkt bist. Im Gegensatz zur Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) konzentriert sie sich auf konkrete Fähigkeiten und nicht auf deine Berufstätigkeit als Ganzes.

Wann leistet eine Grundfähigkeitsversicherung?

Die Versicherung zahlt dir in der Regel eine monatliche Rente, wenn du eine oder mehrere der versicherten Grundfähigkeiten verlierst oder stark eingeschränkt bist. 

Typische versicherte Grundfähigkeiten sind:

  • Sehen
  • Hören
  • Sprechen
  • Gehen und Stehen
  • Greifen und Halten
  • Arm- und Handgebrauch
  • Sitzen und Knien
  • Bücken, Heben und Tragen
  • Orientierung und Gleichgewicht
  • Erinnerungsvermögen

Einige Versicherer bieten auch Schutz für modernere Fähigkeiten wie die Benutzung eines Smartphones oder das Schreiben an einer PC-Tastatur.

Auch das Autofahren kann Teil der versicherten Fähigkeiten sein.

Worauf musst du achten?

Bei Abschluss einer Grundfähigkeitsversicherung sollten diverse Punkte beachtet werden, die wir in der Beratung prüfen. Unter anderem sind das:

  1. Definition der Grundfähigkeiten: Prüfe genau, wie der Verlust oder die Einschränkung einer Fähigkeit definiert ist. Die Definitionen sollten möglichst zu deinem Beruf und Alltag passen.
  1. Relevante Fähigkeiten: Stelle sicher, dass die für dich wichtigen Fähigkeiten abgesichert sind, besonders die, die du für deinen Beruf benötigst.
  1. Rentenhöhe: Wähle eine Versicherungssumme, die im Leistungsfall deine finanziellen Verpflichtungen abdeckt. Idealerweise sollte die Rente etwa 60-80% deines Nettoeinkommens betragen.
  1. Nachversicherungsgarantie: Achte darauf, dass du die Möglichkeit hast, deine Versicherungssumme ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen, wenn sich deine Lebensumstände ändern.
  1. Vertragslaufzeit: Prüfe die Laufzeit des Vertrags und ob es Verlängerungsoptionen gibt.
  1. Zusatzbausteine: Einige Versicherer bieten Zusatzleistungen wie Schutz bei psychischen Erkrankungen. Prüfe, ob diese für dich relevant sind.

Wesentlicher Unterschied zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Der Hauptunterschied zwischen einer Grundfähigkeitsversicherung und einer Berufsunfähigkeitsversicherung liegt im Leistungsauslöser:

  • Die Grundfähigkeitsversicherung zahlt, wenn du eine versicherte Fähigkeit verlierst oder stark eingeschränkt bist, unabhängig davon, ob du deinen Beruf noch ausüben kannst.
  • Die Berufsunfähigkeitsversicherung leistet, wenn du aus gesundheitlichen Gründen deinen zuletzt ausgeübten Beruf nicht mehr oder nur noch eingeschränkt ausüben kannst, unabhängig davon, welche spezifischen Fähigkeiten betroffen sind.

Die Grundfähigkeitsversicherung ist oft günstiger und leichter zu bekommen, besonders für Menschen mit Vorerkrankungen oder in Risikoberufen. Allerdings bietet sie in der Regel einen geringeren Schutzumfang als eine BU.

Eine Grundfähigkeitsversicherung kann für dich sinnvoll sein, wenn du in einem Beruf arbeitest, der stark von bestimmten Fähigkeiten abhängt, wenn du selbstständig bist oder wenn du aufgrund von Vorerkrankungen keine BU-Versicherung abschließen kannst.

Bedenke, dass die Grundfähigkeitsversicherung kein vollständiger Ersatz für eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist.

In den meisten Fällen empfehle ich zuerst eine Berufsunfähigkeitsversicherung.

Die Grundfähigkeitsversicherung kann jedoch eine gute Alternative oder Ergänzung sein, wenn eine BU für dich nicht in Frage kommt oder zu teuer ist.

    • Related Articles

    • Unfallversicherung einfach erklärt

      Die private Unfallversicherung: Ein umfassender Schutz Die private Unfallversicherung ist eine Absicherung für den Fall, dass man durch einen Unfall eine dauerhafte körperliche oder geistige Beeinträchtigung erleidet. Sie zahlt eine vereinbarte Summe ...
    • Freiwillige Beiträge zur Sicherung der Erwerbsminderungsrente?

      Wenn du vorher angestellt warst und jetzt selbstständig bist, hast du schon Ansprüche in der gesetzlichen Rentenversicherung (DRV) aufgebaut. Die typische Frage lautet dann: „Soll ich freiwillig weiterzahlen – damit ich mir nichts kaputt mache?“ Die ...
    • AU Klausel - Arbeitsunfähigkeitsklausel erklärt

      Die Arbeitsunfähigkeitsklausel in der Berufsunfähigkeitsversicherung Wenn du eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) abschließt, solltest du unbedingt über den Einschluss einer Arbeitsunfähigkeitsklausel (AU-Klausel) nachdenken. Diese Zusatzoption ...
    • Patientenquittung

      Die Bedeutung der Patientenquittung bei der BU-Versicherung Bei der Beantragung einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist es möglich, die Patientenquittung von der Krankenkasse einzuholen. Sie kann Antragstellern helfen, ihre Gesundheitshistorie ...
    • BU Option in Kindervorsorge-Produkten

      Die ETF-Altersvorsorge ist für viele Mandanten interessant und beliebt. ETF-Policen bieten zusätzliche Vorteile durch einen Versicherungsmantel um die ETF-Anlage herum. Der Versicherungsmantel verursacht zwar Kosten, die aber unter vielen ...