ZÜRS steht für „Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen“.
Das ist ein digitales Karten- und Informationssystem, das der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) entwickelt hat.
Ziel von ZÜRS:
Für jeden Standort in Deutschland soll möglichst genau eingeschätzt werden können, wie hoch das Risiko für bestimmte Naturgefahren ist – vor allem für:
Hochwasser durch Flüsse oder Bäche
Überschwemmung nach starken Regenfällen
Rückstau aus dem Kanal bei Starkregen
Versicherer nutzen diese Einstufung heute, um das Risiko bei Elementarschäden besser einschätzen zu können – also bei Schäden durch Naturereignisse rund ums Wasser.
Sobald in einer Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung der Baustein „Elementarschäden“ mitversichert werden soll, spielt die ZÜRS-Zone eine große Rolle.
Sie beeinflusst vor allem:
Tarif / Beitragshöhe
In riskoreichen Gebieten (hohe ZÜRS-Zone) ist die Prämie für den Elementarschaden-Baustein in der Regel deutlich höher.
Versicherbarkeit
In sehr gefährdeten Gebieten kann es sein, dass:
manche Versicherer gar keinen Elementarschutz anbieten oder
nur mit Einschränkungen, höheren Selbstbeteiligungen oder sehr hohen Beiträgen.
Wichtig:
Die ZÜRS-Zone ist für Versicherer eine wichtige Grundlage in der Risikoprüfung, aber nicht der einzige Faktor. Gebäudeart, Bauweise, Vorschäden, Schutzmaßnahmen vor Ort und die jeweilige Zeichnungspolitik des Versicherers spielen ebenfalls eine Rolle.
Deutschland wird im ZÜRS-System in vier Zonen eingeteilt. Grundlage sind statistische Wahrscheinlichkeiten, wie häufig ein Gebiet von Hochwasser betroffen wird.
Hochwasser tritt statistisch seltener als einmal in 200 Jahren auf.
Versicherer sehen das Risiko als sehr gering an.
Elementarschutz ist hier meist problemlos und zu vergleichsweise günstigen Beiträgen möglich.
Hochwasser tritt statistisch etwa einmal in 100 bis 200 Jahren auf.
Das Risiko ist etwas höher als in Zone 1, aber immer noch vergleichsweise gering.
Elementarschutz ist in der Regel ohne große Hürden versicherbar, die Beiträge liegen etwas über Zone 1.
Hochwasser tritt statistisch etwa einmal in 10 bis 100 Jahren auf.
Das Risiko ist deutlich spürbar; hier kommt es in gewissen Abständen tatsächlich zu Überschwemmungen.
Elementarschutz ist zwar oft möglich, aber:
die Beiträge sind deutlich höher
manche Versicherer lehnen Risiken ab oder
verlangen höhere Selbstbeteiligungen oder besondere Bedingungen.
Hochwasser tritt statistisch mindestens einmal in 10 Jahren auf.
Das Risiko ist hier besonders hoch.
In dieser Zone ist Elementarschutz:
schwer zu bekommen
häufig nur mit sehr hohen Beiträgen und Selbstbeteiligungen oder
gar nicht versicherbar (je nach Versicherer).
Grundsatz:
Je höher die ZÜRS-Zone, desto höher das Risiko – und desto stärker wirkt sich das auf Beitrag, Bedingungen und die Frage aus, ob ein Versicherer das Risiko überhaupt annimmt.
In der normalen Hausratversicherung (ohne Elementarschäden) spielt die ZÜRS-Zone keine Rolle.
Relevant wird sie erst, wenn du deinen Hausrat auch gegen Elementargefahren absichern möchtest, zum Beispiel gegen:
Überschwemmung durch Hochwasser oder Starkregen
Rückstau aus der Kanalisation
Erdrutsch, Erdfall, Erdbeben (je nach Tarif)
Typische Auswirkungen:
Prämienhöhe
In Zone 1 und 2 ist Elementarschutz meist relativ günstig.
In Zone 3 und vor allem Zone 4 können die Beiträge sehr deutlich ansteigen.
Annahmeentscheidung
Bevor der Versicherer den Elementarbaustein einschließt, prüft er die ZÜRS-Zone der Adresse.
In Zone 3 und besonders in Zone 4 ist die Auswahl an Versicherern begrenzt, und Anträge können abgelehnt werden.
Bedingungen / Selbstbeteiligung
In höheren Gefährdungsklassen sind:
höhere Selbstbeteiligungen
besondere Klauseln oder Einschränkungen
sehr verbreitet.
Für dich bedeutet das:
Ob dein Hausrat gegen Naturgefahren versicherbar ist und was das kostet, hängt wesentlich davon ab, in welcher ZÜRS-Zone deine Wohnung liegt.
Für die Wohngebäudeversicherung ist die ZÜRS-Zone oft noch wichtiger als für den Hausrat. Hier geht es nicht „nur“ um Möbel und persönliche Gegenstände, sondern um das gesamte Gebäude.
Typische Auswirkungen:
Versicherbarkeit des Gebäudes
In Zone 1 und 2 ist Elementarschutz für Wohngebäude meist gut möglich.
In Zone 3 prüfen Versicherer genauer – es kann zu Ablehnungen oder Auflagen kommen.
In Zone 4 ist ein umfassender Elementarschutz teilweise schwer oder nur unter strengen Bedingungen zu bekommen.
Beitragshöhe
Der Elementar-Baustein kann in höheren Zonen einen großen Teil der Gesamtprämie ausmachen.
Schutzmaßnahmen
Manche Versicherer fordern in höher gefährdeten Gebieten bestimmte bauliche Maßnahmen (z. B. Rückstauklappen, hochwassersichere Gestaltung von Kellern), bevor sie Deckung gewähren.
Gerade bei der Finanzierung einer Immobilie kann die Frage, ob und wie Elementarschäden versicherbar sind, eine große Rolle spielen.
Die Einstufung eines Objekts in eine ZÜRS-Zone basiert auf verschiedenen Datenquellen, unter anderem:
amtliche Überschwemmungskarten der Wasserwirtschaftsämter
topografische Daten (Höhenlage, Nähe zu Gewässern usw.)
historische Hochwasser- und Starkregenereignisse
geografische Informationssysteme (GIS) auf Adress- bzw. Gebäudeebene
Diese Daten werden regelmäßig aktualisiert, wenn neue Informationen oder Ereignisse vorliegen.
In der Praxis läuft es meist so:
Der Versicherer prüft bei Antrag oder Vertragsänderung die Adresse im ZÜRS-System.
Auf Basis dieser Einstufung und weiterer Faktoren werden Beitrag, Annahme und Bedingungen festgelegt.
Teilweise können Eigentümer auch über Online-Tools (z. B. GDV oder Landesportale) eine grobe Einschätzung der Gefährdung für ihre Adresse abrufen.
Wenn du:
eine Immobilie kaufen oder bauen möchtest oder
einen neuen Hausrat- oder Wohngebäudevertrag abschließen bzw. wechseln willst,
solltest du möglichst früh klären, in welcher ZÜRS-Zone sich das Objekt befindet.
So vermeidest du Überraschungen, wenn es um Versicherbarkeit und Beitragshöhe geht.
Auch wenn die ZÜRS-Zone für alle Versicherer die gleiche ist, unterscheiden sich:
die Bereitschaft, Risiken in Zone 3 und 4 zu zeichnen
die konkreten Beiträge
die Selbstbeteiligungen und Bedingungen
Ein Vergleich ist hier besonders sinnvoll – gerade in höheren Gefährdungsklassen.
Grob gesagt:
Zone 1–2:
Elementarschutz ist meist problemlos und zu vernünftigen Beiträgen erhältlich.
Zone 3–4:
Der Aufwand steigt, die Beiträge sind deutlich höher, und es kann zu Ablehnungen kommen.
Wichtig ist, das Risiko nicht zu unterschätzen:
Auch in vermeintlich sicheren Gegenden können Starkregenereignisse und Rückstau Schäden verursachen. Eine niedrige ZÜRS-Zone bedeutet kein „Null-Risiko“, sondern nur ein statistisch geringeres Risiko.
ZÜRS ist ein System, mit dem Versicherer das Hochwasser- und Wassergefahrenrisiko für einzelne Standorte in Deutschland bewerten.
Es gibt vier Zonen – von sehr niedriger bis hoher Gefährdung.
Für die Hausrat- und Wohngebäudeversicherung wird die ZÜRS-Zone relevant, sobald du Elementarschäden mitversichern möchtest.
Die Einstufung beeinflusst maßgeblich, ob und zu welchen Bedingungen Elementarschutz angeboten wird und wie hoch der Beitrag ausfällt.
Gerade bei Immobilienkauf, Bau oder einem Versicherungswechsel lohnt sich ein Blick auf die ZÜRS-Zone des Objekts.
Wenn du unsicher bist, in welcher ZÜRS-Zone dein Haus oder deine Wohnung liegt oder wie sich das auf deine bestehenden Verträge auswirkt, kannst du dich gern melden. In einer persönlichen Beratung lässt sich klären, welche Absicherung sinnvoll und realistisch möglich ist.