Vorschäden

Vorschäden

Bei einem neuen Antrag meint „Vorschäden“ fast immer: Schadenfälle aus der Vergangenheit, die zum bisherigen Vertrag bzw. zur versicherten Sache/Person gehört haben und innerhalb eines abgefragten Zeitraums passiert sind (häufig 3–5 Jahre, teils länger).

Je nach Versicherer wird unterschieden zwischen
  1. gemeldeten Schäden (auch wenn nichts gezahlt wurde) und
  2. regulierten Schäden (der Versicherer hat gezahlt).
Genau diese Historie entscheidet mit, ob ein neuer Versicherer das Risiko annimmt und zu welchen Konditionen.

Wann kann es mit zu vielen oder hohen Vorschäden Probleme geben?

Viele oder teure Vorschäden sind für den neuen Versicherer ein Signal: „Das Risiko ist überdurchschnittlich.“ Typische Folgen bei der Risikoprüfung:
  1. Antrag wird abgelehnt
  2. Zuschlag (Beitrag steigt)
  3. Selbstbeteiligung wird gefordert/erhöht
  4. Einschränkungen/Ausschlüsse (je nach Sparte möglich)
Was besonders kritisch ist:
  1. mehrere gleichartige Schäden in kurzer Zeit (Serienhäufung)
  2. hohe Gesamtschadenhöhe im Zeitraum
  3. Schäden, die auf ein wiederkehrendes Problem hindeuten (z. B. wiederholt Leitungswasser)
Eine feste „Grenze“ gibt es nicht. Entscheidend sind Sparte, Zeitraum, Häufigkeit und Kosten – und wie risikofreudig der jeweilige Versicherer zeichnet.

Warum darf man die Vorschadenfrage nicht absichtlich falsch beantworten?

Weil das eine Risikofrage im Antrag ist. Wenn du hier bewusst falsche Angaben machst oder etwas weglässt, kann das später zu massiven Konsequenzen führen:
  1. der Versicherer kann den Vertrag anfechten / zurücktreten / kündigen (je nach Verschuldensgrad und Konstellation)
  2. im Schadenfall kann Leistung gekürzt oder verweigert werden
  3. im schlimmsten Fall stehst du im Leistungsfall ohne Schutz da
Und: Spätestens beim ersten größeren Schaden wird die Historie häufig geprüft. Dann fliegt es nicht selten auf.

Schadenübersicht

Eine Schadenübersicht (auch „Schadenverlauf“, „Schadenaufstellung“) ist eine Aufstellung der Vorversicherung, in der typischerweise steht:
  1. Datum/Zeitraum des Schadens
  2. Schadenart (z. B. Leitungswasser, Einbruch, Haftpflicht)
  3. Status (gemeldet/reguliert)
  4. ggf. Zahlbetrag bzw. Aufwand
Das ist die belastbarste Grundlage, um Vorschäden korrekt anzugeben – und um vorab einschätzen zu können, ob die Umdeckung realistisch ist. In manchen Fällen holen wir so eine Schadenübersicht vom Versicherer ein, wenn wir den Vertrag umdecken wollen. Auch du als Kunde kannst bei deinem Versicherer so eine Übersicht anfordern.

Warning
Grundsätzlich gilt: nichts unüberlegt tun
Insbesondere die Kündigung von Verträgen sollte immer mit uns als dein Versicherungsmakler abgesprochen werden. Wenn du eine Versicherung selbst kündigst, es aber schwierig ist, eine neue zu bekommen (weil du zu viele Vorschäden hattest), kann es richtig problematisch werden. Im schlimmsten Falle stehst du ohne neuen Schutz da.

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