Wenn du durch Unfall, Krankheit oder im Alter nicht mehr selbst entscheiden kannst, bestimmt das Betreuungsrecht, wer für dich handeln darf. Damit deine Wünsche berücksichtigt werden, solltest du rechtzeitig festlegen, wer Entscheidungen treffen darf und welche medizinischen Maßnahmen du möchtest oder ablehnst.
Ohne klare Dokumente kann ein Gericht einen Betreuer bestimmen, der dich nicht kennt. Auch Angehörige dürfen nicht automatisch alles entscheiden. Mit den richtigen Vollmachten stellst du sicher, dass deine Vorstellungen respektiert werden.
Mit einer Vorsorgevollmacht bestimmst du eine Person, die für dich handeln darf, wenn du es selbst nicht kannst. Das kann einzelne Bereiche betreffen oder alle Angelegenheiten.
Der Bevollmächtigte kann ohne Gerichtsverfahren für dich handeln. Eine Beglaubigung oder der Eintrag im Vorsorgeregister macht die Vollmacht leichter auffindbar.
Für Immobiliengeschäfte ist eine notarielle Beurkundung Pflicht. Für Bankgeschäfte solltest du zusätzlich eine Konto- oder Depotvollmacht direkt bei deiner Bank unterschreiben.
Mit einer Patientenverfügung legst du fest, welche medizinischen Maßnahmen du in bestimmten Situationen wünschst oder ablehnst. Das hilft, wenn du selbst nicht mehr einwilligen kannst.
Dazu gehören Entscheidungen über Operationen, lebenserhaltende Maßnahmen oder palliative Versorgung. Eine klare Patientenverfügung entlastet deine Angehörigen deutlich, weil sie wissen, was du möchtest.
In einer Betreuungsverfügung bestimmst du, wen das Gericht als Betreuer einsetzen soll, falls es doch zu einer Betreuung kommt. Du kannst auch festlegen, wer nicht eingesetzt werden soll oder welche Gewohnheiten berücksichtigt werden sollen.
Eine Betreuungsverfügung ergänzt die Vorsorgevollmacht, ersetzt sie aber nicht.
Für Privatpersonen werden üblicherweise empfohlen:
• Vorsorgevollmacht
• Patientenverfügung
• Betreuungsverfügung
• Sorgerechtsverfügung (falls du Kinder hast)
Für Selbstständige, Freiberufler oder Unternehmer kommt zusätzlich eine Unternehmervollmacht hinzu, damit auch geschäftliche Bereiche geregelt sind.
Du hast drei Möglichkeiten, die Dokumente zu erstellen.
Du kannst einen Anwalt oder Notar beauftragen. Das bietet hohe Rechtssicherheit, ist aber meist die teuerste Lösung.
Du kannst einen spezialisierten Dienstleister nutzen, der die Erstellung über eine kooperierende Kanzlei abwickelt. Das ist häufig günstiger bei guter rechtlicher Qualität.
Oder du nutzt die Formulare des Bundesministeriums und erstellst die Dokumente selbst. Das ist die kostengünstigste Variante, erfordert aber Sorgfalt.
Es ist sinnvoll, deine Angehörigen darüber zu informieren, dass es die Dokumente gibt und wo sie zu finden sind.