Als gesetzlich Krankenversicherter kannst du mit einer ambulanten Zusatzversicherung deinen Versicherungsschutz deutlich erweitern. Diese privaten Ergänzungstarife decken viele Leistungen ab, die von deiner gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nicht oder nur teilweise übernommen werden.
Ein Hauptbereich vieler ambulanter Zusatzversicherungen sind alternative Heilmethoden und Naturheilverfahren. Dazu gehören unter anderem:
Deine gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten für solche Behandlungen in der Regel nicht oder nur sehr eingeschränkt. Mit einer Zusatzversicherung kannst du dir jedoch einen Großteil der Kosten erstatten lassen. Viele Tarife orientieren sich dabei am Hufelandverzeichnis, das anerkannte naturheilkundliche Verfahren auflistet.Die Erstattung liegt je nach Tarif meist zwischen 60% und 90% der Behandlungskosten. Oft gibt es jährliche Höchstgrenzen, beispielsweise 500 oder 1000 Euro pro Jahr. Einige Versicherungen unterscheiden auch zwischen Behandlungen durch Heilpraktiker und Ärzte für Naturheilverfahren.
Ein weiterer wichtiger Leistungsbereich sind Zuschüsse zu Sehhilfen wie Brillen und Kontaktlinsen. Deine gesetzliche Kasse zahlt hier nur in Ausnahmefällen, etwa bei sehr starker Sehschwäche. Zusatzversicherungen bieten dagegen oft Erstattungen zwischen 100 und 300 Euro alle 2 Jahre. Manche Tarife übernehmen auch anteilig die Kosten für Laserkorrekturen der Augen.
Viele ambulante Zusatzversicherungen erweitern auch das Spektrum an Vorsorgeuntersuchungen. Sie übernehmen die Kosten für zusätzliche Check-ups oder spezielle Früherkennungsuntersuchungen, die über die Leistungen deiner GKV hinausgehen. Dazu können gehören:
Die Erstattung liegt meist bei 100% bis zu einer jährlichen Höchstgrenze.
Je nach Tarif können ambulante Zusatzversicherungen noch weitere Leistungen beinhalten:
Bei den einigen Anbietern musst du nach Abschluss der Police eine Wartezeit einhalten, bevor du Leistungen in Anspruch nehmen kannst. Diese beträgt in der Regel 3 Monate. Einige Versicherer bieten auch Tarife ohne Wartezeiten an.
Vor Abschluss einer ambulanten Zusatzversicherung ist meist eine Gesundheitsprüfung erforderlich. Dabei musst du Fragen zu Vorerkrankungen beantworten. Je nach deinem Gesundheitszustand kann dies zu Risikozuschlägen oder Leistungsausschlüssen führen. Wenn du z.B. bereits in Behandlung beim Heilpraktiker bist, wird der Abschluss einer Zusatzversicherung für diesen Bereich eher schwierig.
Die Beiträge für eine ambulante Zusatzversicherung hängen vom Leistungsumfang, deinem Eintrittsalter und Gesundheitszustand ab. Sie beginnen bei etwa 10-15 Euro monatlich für Basistarife und können für umfangreiche Leistungspakete auf 50 Euro oder mehr steigen.Beachte, dass die Beiträge im Laufe der Zeit steigen können. Die meisten Tarife sehen regelmäßige Beitragsanpassungen vor, wenn du in eine neue Altersgruppe kommst. Manche Anbieter kalkulieren ihre Tarife mit Alterungsrückstellungen, was die Beitragssteigerungen im Alter abmildern soll - dafür ist der Beitrag höher.
Eine ambulante Zusatzversicherung kann deinen gesetzlichen Versicherungsschutz sinnvoll ergänzen. Sie ermöglicht dir Zugang zu alternativen Heilmethoden, besserer Vorsorge und weiteren Leistungen. Vor Abschluss solltest du genau prüfen, welche Leistungen du benötigst und verschiedene Angebote vergleichen. Wichtig ist auch, dass du die Vertragsbedingungen, insbesondere zu Wartezeiten und möglichen Beitragserhöhungen, genau studierst.
Praxistipp:
Da gerade bei Neugeborenen oft Osteopathie empfohlen wird, kann hier eine solche Zusatzversicherung besonders sinnvoll sein. Sie sollte aber möglichst früh abgeschlossen werden, bevor es zur Behandlung kommt.